Liturgische Revue in Wesel: Kirche in neuem Format

Liturgische Revue in Wesel: Kirche in neuem Format

Wesel. Die Jugendkirche „effata“ bot einen ganz besonderen Gottesdienst in St. Mariä Himmelfahrt – er stimmte auf den Katholikentag ein.

In der Katholischen Kirche St. Mariä Himmelfahrt war es sehr voll an diesem Tag. Die vielen Besucher wurden auf den im Mai bevorstehenden Katholikentag in Münster eingestimmt. Mit einer groß angelegten Aktion, mit viel Aufwand, warben die ehrenamtlichen Mitarbeiter um den Leiter der Jugendkirche „effata“, Diözesanjugendseelsorger Hendrik Drüing, für das große Ereignis. Es gab eine wunderbare, bilderreiche Lichtrevue, die man nicht alle Tage in einem Gotteshaus erleben darf. Und dennoch war es ein Gottesdienst, bei dem viel gesungen und gebetet wurde.

Nach den erfolgreichen Auftritten im Münsterland, in Rheine und in Oelde war Wesel die letzte Station der Revue. Der Altarraum war ganz anders als gewohnt gestaltet. Sechs große kopfbewegte Scheinwerfer, eine große Leinwand und sogar eine Nebelmaschine waren aufgebaut worden. Es sah fast so aus, als würde ein großes Pop-Event veranstaltet. Mischpulte, Kameras und viele hundert Meter Kabel waren im Gotteshaus zu sehen. Nun konnte sie starten – erstmals statt einer „normalen“ Abendmesse gab es eine originelle Liturgische Revue.

Vorab stimmte eine achtköpfige Band mit Sängerin und dem Bandleader und Komponisten Anselm Thissen ein. Neue Lieder wurden geprobt oder deren Refrain geübt. Viele hatten mit dem Thema „Frieden“ zu tun. Sogar das „Hallelujah“ der Kölner Gruppe Brings wurde thematisch umgetextet. Das kam an, genauso wie die Worte von Henrdrik Drüing. Das Motto hieß „Most wanted“, was so viel heißt wie „meistgesucht“. Es greift das Leitwort des Katholikentages „Suche Frieden“ auf.

Abstimmungszettel wurden verteilt und von den Besuchern hochgehalten und zeigten, welchen Aussagen wohl zugestimmt werde. „Mal etwas Verrücktes machen“, „bewusst betrunken sein“, „Urlaub mal anders verbringen“ oder „mal auf das Handy verzichten“ (auch das gibt es!) hieß es. Zahlreiche Filmausschnitte thematisierten Begriffe wie Lüge, Gewalt, Mobbing, aber auch Enttäuschungen und Trennungen.

Auch das Friedenslicht von Bethlehem leuchtete in der Kirche St. Mariä Himmelfahrt. Es ist ja schon seit Jahrzehnten das Symbol für den Frieden. Zwischen den einzelnen Aktionen wurde immer wieder gesungen. Über 90 Minuten ging die Revue (eine Messe ist bedeutend kürzer) – aber sie hat bei vielen einen besonderen Eindruck hinterlassen. Der Einladung nach Münster zum Katholikentag werden sicherlich viele der Gläubigen aus Wesel und Umgebung folgen.

Text: Rheinische Post Wesel, dk
Foto: Jugendkirche effata[!], Simone Barciaga